Veröffentlicht am Sonntag 7. Februar 2010
Die meisten Leute haben Angst vor dem Zahnarzt. Denn das tut meistens weh. Manche Deutschen haben auch Angst davor, von einer Ausländer-Meute verprügelt zu werden. Denn das tut auch weh. Und manche Leute haben einfach keine Lust dazu, islamistisch bekriegt zu werden. Denn das ist undeutsch. Eigentlich alles nachvollziehbare Gedankengänge, doch was haben diese Aussagen denn miteinander zu tun? Ganz einfach: Ein ganz neuer Fall von “fremdenfeindlicher Diskriminierung” (sogar ganz ohne Potsdam, Ludwigshafen und Sebnitz) ereignete sich nun in Donaueschingen. Eine Kieferorthopädin verweigerte die Behandlung eines Islamisten. Nun wird sie bereits international angegriffen, obwohl sie moralisch nicht falsch gehandelt hat. Doch der geneigte Leser soll sich selbst ein Bild machen.
Die Stuttgarter Zeitung berichtet:
Cihad aus Donaueschingen ist schon seit zweieinhalb Jahren Patient in einer kieferorthopädischen Praxis. Am Dienstag aber war der behandelnde Arzt des 16-Jährigen nicht da. Die Kollegin sollte übernehmen, doch die weigerte sich. Der Grund: sein Vorname.
Beim Blick auf das Patientenblatt sei ihr dieser “übel aufgestoßen”, erläuterte die Fachärztin. Im Wartezimmer wollte sie sicherstellen, ob der Junge wirklich Heiliger Krieg heiße. Als der türkischstämmige Jugendliche bejahte, lehnte die Ärztin die Behandlung ab. “Das empfinde ich als Kriegserklärung gegen alle Nicht-Islamisten. Ich will nichts mit gewaltbereiten Menschen zu tun haben”, begründete sie ihre Entscheidung.
Der Junge reagierte geschockt und rief weinend seinen Vater an. An diesem Punkt hätte die Geschichte vielleicht noch eine friedliche Wendung nehmen können. Der Vater kam in die Praxis und versuchte der Ärztin zu erklären, dass Cihad noch andere Bedeutungen habe. “Wenn Sie Ihrem Sohn den Namen in einem anderen Sinn gegeben haben als in dem kriegerischen, dann entschuldige ich mich sofort und Ihr Sohn bekommt sofort einen Termin”, entgegnete die Ärztin.
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Veröffentlicht am Freitag 5. Februar 2010
Nachdem der Dresdner Oberstaatsanwalt Avenarius am 19.01.2009 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den Satz “Auch die braunen Dumpfbacken haben das Recht, Versammlungsfreiheit in Anspruch zu nehmen, wenn die Demo gestattet wurde” äußerte, erstattete ein schwäbischer Aktivist (wie viele Aktivisten aus ganz Deutschland) Strafanzeige wegen Kollektivbeleidigung. Nun kam die Antwort des Dresdner Staatsanwaltschaft an, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Doch zuerst den (eigentlich gut begründeten und in einem seriösen Staat sicherlich erfolgreichen) Text der Strafanzeige:
Abs.:
Xxxxx Xxxxx
Xxxxxstraße 28
89073 Ulm
——–
Empf.:
Polizeirevier Dresden-Blasewitz
Loschwitzer Straße 43
01309 Dresden
Strafanzeige wegen Beleidigung
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit erstatte ich gegen Herrn Staatsanwalt Christian Avenarius, zu laden über die StA Dresden, Lothringer Str. 1, Dresden, Strafanzeige wegen Beleidigung.
Der Verdächtige äußerte im Hinblick auf den Trauermarsch zum Gedenken an den anglo-amerikanischen Terrorangriff auf Dresden gegenüber der dpa: “Auch die braunen Dumpfbacken haben das Recht, Versammlungsfreiheit in Anspruch zu nehmen, wenn die Demo gestattet wurde.“
Beweise:
• http://www.stern.de/panorama/razzia-loest-proteste-aus-polizei-durchsucht-raeume-von-anti-nazi-buendnis-1537058.html
• http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M5555336ad5e.0.html
• http://www.bild.de/BILD/regional/dresden/dpa/2010/01/19/raeume-von-antinazibuendnis-durchsucht.html
Hierin liegt eine Verächtlichmachung der Organisatoren des Trauermarsches und aller Teilnehmer, die an früheren Trauermärschen teilgenommen haben und in Zukunft, insbesondere am bevorstehenden im Februar 2010, teilnehmen wollen. Der Verdächtige befleißigt sich reiner Schmähkritik, die keinerlei sachlichen Kern mehr darstellt. Die Bezeichnung als “rechte Dumpfbacken” ist geeignet, das Ansehen der Teilnehmer und Organisatoren in der Öffentlichkeit herabzuwürdigen und diese zu verunglimpfen. Weiterhin bezichtigt der Verdächtige mit seiner Aussage jeden Versammlungstelnehmer, “braun” (=rechtsextrem) und eine “Dumpfbacke” (= dumm) zu sein.
Straferschwerend fällt ins Gewicht, daß der Verdächtige der Sprecher einer deutschen Staatsanwaltschaft, also der objektivsten Behörde der Welt, ist. Dieser Umstand und die Tatsache, daß die Äußerung weiteste mediale Verbreitung gefunden hat, dürften einen Verweis auf den Privatklageweg ausscheiden lassen. Ich selbst habe in der Vergangenheit öfter am Dresdner Trauermarsch teilgenommen und will dies auch in diesem Jahr tun. Daher fühle ich mich selbst dem Kreis der Beleidigten zugehörig und daher konkret vom Verdächtigen beleidigt und stelle daher auch S t r a f a n t r a g. Ich bitte darum, mich über den Verlauf der Ermittlungen zu informieren, insbesondere über das Ergebnis.
Mit freundlichen Grüßen,
Xxxxx Xxxxx (Ulm, 23.01.2010)
————–
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Veröffentlicht am Donnerstag 4. Februar 2010
Erst letztes Jahr veröffentlichten wir eine nicht ganz ernstgemeinte Rangliste der antfaschistischen Internetseiten aus Heidenheim und Ulm, um den Lesern zu zeigen wie unproduktiv und unkreativ regionale Antifagruppen sein können. Da wir zwischenzeitlich mit dem 1. Mai 2009 in Ulm und Neu/Ulm eine Hochphase antifaschistischer Arbeit erlebt haben (sollten) und Überschriften wie “KZ-ähnliche Zustände in Ulm” auch die letzten (bekifften) Genossen in die Realität zurückgeholt haben (sollten), lohnt sich sicherlich ein Blick auf die Geschehnisse der politischen Antagonisten. Dieses Jahr wollen wir deshalb diese neue gewonne Tradition fortsetzen:
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Platz 1: Antifa Ulm 12 Beiträge seit Juni 09
Etwas in Zugzwang gekommen, habt ihr euch doch um einiges gesteigert. Leider zeugt eure Quantität nicht gerade von Qualität, so dass wir das ein oder andere Mal über euch lachen konnten. Danke, trotzdem bleibt ihr wie letztes Jahr “just another WordPress weblog”…
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Platz 2: AA Heidenheim 5 Beiträge seit Juni 09
Getreu dem Minimalprinzip wird das Gewissen alle ein bis zwei Monate durch einen Beitrag beruhigt. Ab und an garniert mit einer Fahnenniederlegung oder zerbrochenen Schaufensterscheibe. Großes Tennis ist das wirklich nicht, wenn man bedenkt, dass Heidenheim als No-Go-Area für Nazis deklariert wird. Ob man da nicht etwas übertrieben hat…
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Platz 3: Ulm gegen Rechts 1 Beitrag seit Juni 09
Mangels Alternativen habt auch ihr dieses Jahr das Treppchen erreicht. Mehr als die prophezeite Eintagsfliege seid ihr trotz eurer dreistelligen Unterstützer nicht. Ob das konkret an Unterstützern wie die “Freimaurerloge Carl zu den drei Ulmen” (sic!) oder der DKP liegt, die gleich zwei Mal aufgelistet ist, wagen wir zu bezweifeln. Offensichtlich sind alle inkompetent genug nichts Neues auf die Beine zu stellen.
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Sonderplatz für Unfug: Jugendbündnis Ulm ?! Beiträge
Warum sich der “AK Bildungskreis” 2009 nicht wie das Jahr zuvor bei uns bedankt hat ist klar, welche “zahlreichen Veranstaltungen” du, lieber Kevin, organisiert haben willst, eher weniger. Ob dir nun die “Satzung”, die Gründung eines AK für jede der zahlreichen(…) Veranstaltungen und das dezente Impressum oder die individuelle Gestaltung des Banners und der Hombepagebaukasten-Seite dir diesen Platz eingebracht haben vermögen wir nicht zu sagen, wünschen dir aber dessen ungeachtet viel Glück, brauchen wirst du es…
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Veröffentlicht am Dienstag 2. Februar 2010
Auf dem letzten Trauermarsch hatten wir bereits angekündigt, dass wir die prima T-Hemden – die uns das Land Niedersachsen freundlicherweise geschenkt hat – kostengünstig bedrucken lassen und anschließend zu Soli-Zwecken vertreiben werden. Wir haben es nicht vergessen, jetzt geht es los!
![t-hemd-wettbewerb[1]](http://www.ag-schwaben.net/wp-content/uploads/2010/02/t-hemd-wettbewerb1.jpg)
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Veröffentlicht am Montag 1. Februar 2010
Einen schweren Bombenangriff gegen Augsburg flogen amerikanische und englische Luftstreitkräfte am 25./26. Februar 1944. Es war eine der abschließenden Aktionen ihrer sog. „Big Week“.
Am Freitag, den 25. Februar 1944, einem wolkenlosen und kalten Wintertag, erschienen gegen 14 Uhr 200 US-Bomber und griffen die Messerschmitt-Werke im Augsburger Stadtteil Haunstetten an. 110 Menschen fanden dabei den Tod, darunter ganze Familien in den benachbarten Siedlungshäusern. Das Werk selbst wurde zu etwa 60 Prozent zerstört.
Schon acht Stunden später kündigten die Sirenen erneut eine Angriffswelle an. Diesmal suchten 248 englische Bomber, von Süden her kommend, die Innenstadt heim, die sich trotz intensiver Verdunkelung in der klaren Nacht leicht ausmachen ließ. Kurz nach 22.30 Uhr lösten sie ein vierzigminütiges Inferno aus, als sie ihre speziell für die Vernichtung von Wohnstädten zusammengestellte Bombenlast abwarfen; zuerst Luftminen, dann „Häuserknacker“ und Brandbomben, die das Trümmerfeld in ein Flammenmeer verwandelten.
Eine Stunde später – mitten in die anlaufenden Löscharbeiten und Rettungsaktionen hinein – erreichte die dritte Angriffswelle die Stadt. 290 weitere englische Bomber schütteten eine Dreiviertel Stunde lang abermals ihre tödliche Fracht in das bereits herrschende Chaos. Die Engländer trafen diesmal hauptsächlich die Jakobervorstadt, Lechhausen und wieder die Innenstadt.
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